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Sonntag, 1. Juli 2012

Peter und Paul - Hochfest der Stadtpatrone

Die zu diesem Anlass eingekleidete Petrusfigur
Am vergangenen Freitag war das Hochfest der Heiligen Peter und Paul. Da diese die Stadtheiligen Roms sind, ist dieses Fest in Rom sogar ein Feiertag und wird entsprechend groß gefeiert.








Ich habe zu diesem Anlass an der Papstmesse teilgenommen.
Dabei hatte ich das Glück, einen sehr besonderen Platz zu haben: nämlich direkt hinter dem Altar - zwischen Lektoren und Ministranten!









Der Nachteil dabei war nur, dass wir wegen der Höhe des Hauptaltares nicht viel von dem Geschehen davor mitbekommen haben. Dafür konnten wir alles, was sich hinter diesem abgespielt hat - besonders die Eucharistiefeier (die sonst von der anderen Seite kaum sichtbar ist) - gut aus der Nähe verfolgen.

Die Erzbischöfe mit Pallium (ganz rechts: Woelki)


Außerdem wurde zu Beginn dieser Feier 30 Erzbischöfen, darunter auch der Berliner Erzbischof Kardinal Woelki, das Pallium verliehen.

Capella Sistina und Westminster Abbey Choir
Auch die musikalische Gestaltung dieses Gottesdienstes war etwas Besonderes, da die Capella Sistina vom Westminster Abbey Choir unterstützt wurde, der für einige Tage zu Gast in der ewigen Stadt war.



Orthodoxer Besuch war geladen


 

Dieses päpstliche Pontifikalamt war auf jeden Fall ein schöner und würdiger liturgischer Abschluss meines Jahres hier in Rom.


Pileolus auf dem Gabentisch

Samstag, 28. April 2012

Lobgesang und Sommeranfang

Aula Papst Paul IV.
Am Freitag der letzten Woche durfte ich ein weiteres Konzert im Vatikan erleben - dieses Mal anlässlich des 85. Geburtstags des Papstes. Schon im letzten Herbst war ich bei einem Konzert dort (damals war es Bruckners 9. Sinfonie).
Dieses Mal hatte ich die Möglichkeit Mendelssohns op.52 "Lobgesang" vom Gewandhausorchester Leipzig, dem GewandhausChor und dem MDR Rundfunkchor in der Audienzhalle zu hören.


Nach dem unglaublich wechselhaften Wetter in den letzten Wochen scheint sich so langsam endlich der Frühsommer einzustellen.

... und jetzt
Blick vorher...
Da vor wenigen Tagen die Bauarbeiten am Dach über meinem Flur begonnen haben, hat sich leider die Aussicht aus meinem Fenster etwas verschlechtert...
Der Vorteil ist jedoch, dass ich keine direkte Sonneneinstrahlung mehr habe - und einen eigenen Balkon!

Pool mit Petersdom
 
Am Freitag war es endlich soweit.
Nicht mehr "nur" sonnen.

Wir haben die Poolsaison eröffnet!

Ein wunderbares Gefühl, Ende April am/im Pool liegen zu können...
 

Montag, 9. April 2012

Ostern in Rom

Auch die Ostertage habe ich in diesem Jahr in der ewigen Stadt verbracht - im Gegensatz zu vielen anderen Bewohnern von Sant'Anselmo, die diese Tage für (Heimat-)Urlaub genutzt haben.
Aber ich habe mir gedacht: Wenn ich schon mal in Rom bin, muss ich die Chance nutzen das Triduo Pasquale hier mitzuerleben.


Ich habe die Tage zwischen den Papstliturgien und den Liturgien bei uns in Sant'Anselmo aufgeteilt:

Gründonnerstag - "Abendmahlsfeier" im Lateran

 

  San Giovanni in Laterano
Am vergangenen Donnerstag habe ich den ersten der drei österlichen Tage in der Lateranbasilika mitgefeiert.
Dort fand am Nachmittag die Feier zum Gedenken des letzten Abendmahls statt.
Der Gottesdienst war leider eher... nennen wir es stimmungsarm. Von unseren Plätzen mitten im Mittelschiff haben wir vom Geschehen im Chorraum - wie z.B. der Fußwaschung - wegen der Sicht versperrenden Größe des Hauptaltares, nahezu nichts mitbekommen. Daher muss ich gestehen, dass ich diese Feier als nicht besonders schön gestaltet empfunden habe, auch wenn einige Elemente sehr interessant waren: So wurde eine Lesung und das Evangelium (nach der lateinischen Fassung) von einem Diakon einer griechischen unierten Kirche in griechischer Sprache und entsprechender Melodik gesungen, was für unsere Ohren eher ungewohnt klingt. Es erinnert an Gesänge aus dem islamisch-arabischen Raum.






Karfreitag - "Passion Christi" in Sant'Anselmo

 

An der Karfreitagsliturgie habe ich hier auf dem Aventin in Sant'Anselmo teilgenommen, bzw. sogar als Teil unserer Choralschola mitgewirkt.  
Die Möglichkeit in der Schola mitzusingen und auch Elemente wie die Fürbitten, die in zehn verschiedenen Sprachen von Mitbewohnern von Sant'Anselmo vorgetragen wurden - der Vorteil eines internationalen Hauses - haben diese Feier für mich zu etwas Besonderem gemacht.
Station des momentan in Sant'Anselmo ausgestellten Kreuzweges "Felix Culpa"

Kreuzweg am Kolosseum

Kreuzweg am Kolosseum
Abends habe ich mich dann noch mit zwei Freunden zum Kolosseum aufgemacht, wo traditionsgemäß der Papst dem Kreuzweg in der und um der Arena beiwohnt.
Auch wenn wir eigentlich "nur" inmitten einer sehr großen Menschenmenge dem Geschehen folgen konnten - ohne die einzelnen Stationen sehen zu können - und wir leider genau dort standen, wo immer wieder Einzelne oder Gruppen zum Ausgang hinstrebten, war es insgesamt schön bei diesem Teil der Osterfeierlichkeiten live dabei gewesen zu sein.


Osternacht - "Auferstehung des Herrn" im Petersdom


Am Samstag Abend habe ich mich um halb sieben auf den Weg zum Vatikan gemacht, wo ich an der Vigil teilnehmen wollte.
Mit zwei Freunden kam ich dort auf dem schon ziemlich vollen Petersplatz an, wo wir uns fairerweise zu Bekannten im ersten Viertel der (einmal um den gesamten Platz reichenden) Schlange gesellten...
Es war unglaublich amüsant, die kreischenden (meist spanischen) Jugendlichen zu beobachten, die - sobald sie die Sicherheitskontrollen passiert hatten - mit einem Affenzahn auf die Basilika zu rannten um dort "bessere" Plätze zu ergattern und sich auch von den grinsenden, "calma"-rufenden Sicherheitskräften nicht aufhalten ließen - letztendlich saßen sie nur drei Reihen vor uns!

Eine von acht Taufen
Die Messe war dann - nach den Erfahrungen von Gründonnerstag - überraschend schön, wenn auch den Umständen entsprechend nüchtern: Natürlich kommt in einer Kirche mit über 10.000 (mehr oder weniger) Gläubigen keine so andächtige und besinnlich Stimmung auf, wie in einer kleinen Kirche. Und auch, dass der Einzug der Osterkerze und des Papstes "im Dunkeln" von Blitzlichtgewitter erhellt wurde und dass die Lampen in der Basilika noch vor meiner Kerze leuchteten, trug nicht im positiven Sinne zur Atmosphäre bei.

Da die Osternacht im Petersdom schon um 21 Uhr begonnen hatte, waren wir auch "schon" um kurz nach Mitternacht fertig und, da die Busverbindung zurück weit überdurchschnittlich gut klappte, war ich noch vor Beginn des Hochgebets der Osternachtsfeier in Sant'Anselmo zurück, da diese erst um 22.30 Uhr angefangen hatte.
So war es für mich auch sehr schön noch eine Agapefeier im Anschluss zu haben, die es im Petersdom verständlicherweise nicht gibt.

Der Petersdom nach der Osternachtsfeier

Ostersonntag - Feierlicher Abschluss

 

Mit einer sehr schönen und feierlichen Messe am Sonntag Morgen um 11.30 Uhr (sehr humane Zeit), bei der ich auch wieder in der Schola mitsingen durfte und eine Lesung in deutscher Sprache vorgetragen habe, und der Pontifikalvesper am späten Nachmittag sind für mich die Tage der Osterfeierlichkeiten schon wieder vorüber...

Einige anstrengende aber auf jeden Fall interessante und auch schöne Tage liegen hinter mir.
Aber es bleibt keine Zeit zur Ruhe zu kommen: Die nächste Woche wird wieder spannend!
Und der nächste Post wird nicht lange auf sich warten lassen...

Damit ende ich und wünsche allen frohe Ostern und eine gesegnete Osterzeit!

Dienstag, 20. Dezember 2011

Heimwärts: Jauchzet, Frohlocket!

Back to Bonn
-Heimaturlaub-

Seit letztem Freitag bin ich wieder in Deutschland, seit Sonntagabend in Bonn!
Hinter mir liegt ein anstrengendes Wochenende, mit vielen neuen Erfahrungen und Bekanntschaften.
Wir sind am vergangenen Freitagmittag zu viert von Sant'Anselmo zum römischen Flughafen Fiumicino aufgebrochen. Mit mir reisten drei Mönche - ein Norweger, ein Franzose und ein Spanier.
Bei unserer Ankunft am Flughafen Köln-Bonn wurden wir schon erwartet und drei von uns sind dann durch die Kälte und den starken Regen (in Rom waren es noch ca. 17°C!!!) in die Eifel nach Maria Laach gebracht worden.
Um jetzt mal auf den Punkt zu kommen:
Wir sind am Wochenende zum Benediktinerkloster Maria Laach gefahren, aus dem Br. Philipp kommt, um dort beim Weihachtsoratorium mitzusingen!
Br. Philipp studiert zur Zeit in Sant'Anselmo und ich mache mit ihm auch dort immer wieder Musik .

So bestanden der Freitag Abend und der Samstag vor allem aus Proben mit dem Chor, der 2008 von Br. Philipp gegründeten Cappella Lacensis.
Da die Mitglieder dieses Projektchors über ganz Deutschland verstreut wohnen, bleibt zum Proben nur die kurze Zeit direkt vor dem Konzert!
Dennoch blieb Raum die anderen Mitglieder kennen zu lernen und sogar am Samstag Abend einen Ausflug mit der gesamten "Cappella" nach Bonn auf den Weihnachtsmarkt zu machen! Dort haben wir zuerst unseren Glühwein mit Weihnachtsliedern ersungen und dann den Abend dort genossen.

Sonntag - Tag des Konzerts:
Beim Frühstück gab es nur ein Thema: Es schneit!!!

Danach Proben, Mittagessen, Generalprobe in der unglaublich kalten Kirche und wiederum eine kurze Pause.
Dann, kurz vor Konzertbeginn (19.00Uhr) Einsingen und Einmarsch in die immer noch kalte, jetzt aber mit gut 700 Gästen volle Kirche, wo uns schon das Orchester, die Cappella Musica Sacra, erwartete.
Alles hat bestens funktioniert und nach den gut eineinhalb Stunden, die wir für die Kantaten 1 bis 3 gebraucht haben, waren wir froh, uns schnell warm anziehen zu können. Natürlich haben wir uns über die Getränke beim anschließenden Empfang, sowie später die Gulaschsuppe im Kreise der "Cappella" sehr gefreut.


Später am Abend bin ich dann doch endlich in Bonn, zu hause angekommen.
Ich bin wirklich froh, die Weihnachtstage und den Jahreswechsel hier verbringen zu können!

Am 2. Januar 2012 werde ich dann wieder zurück nach Rom aufbrechen...

Dienstag, 6. Dezember 2011

Advent...

Bei Temperaturen von meist 10-20° wollen sich einfach keine richtigen vorweihnachtlichen Gefühle einstellen! Auch sind die Italiener nicht wirklich Meister in der "Disziplin schönes, vorweihnachtliches Gestalten". Die Deko beschränkt sich auf grelle LED-Lämpchen und kitschigen Schmuck. Am auffälligsten ist jedoch der "Weihnachtsmarkt" auf der Piazza Navona, der in Deutschland allenfalls als Kirmes durchgehen würde.

Trotzdem hat der Advent und damit die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten auch hier in Rom begonnen. Da helfen natürlich meine inzwischen 3 Adventskalender!!!

Ein wenig zur adventlichen Stimmung konnten wir am letzten Sonntag beitragen.

Wir haben hier in unserer Kirche eine deutschsprachige Adventsandacht vorbereitet und dafür in den verschiedenen deutschen Institutionen Werbung gemacht.



Zuerst war das ganze nur eine Idee, aber mit der Zeit nahm es mehr und mehr Gestalt an.
Auf unsere Bitte nach Anmeldung kamen auch immer mehr Zusagen, am Sonntag hatten wir mit fünfzig Liedheften doch zu knapp kalkuliert!

Beim (selbstgemachten) Glühwein-Empfang haben wir ein sehr positives Feedback bekommen! Unsere Andacht bestand aus mehreren Lesungen, Orationen (Gebeten) und natürlich den schönen deutschen Adventsliedern, die wir mir Orgel und Trompete begleitet haben.
Dies hat scheinbar allen, die gekommen sind, gut gefallen. Schön, dass wir so ein bisschen adventliche Stimmung ins herbstliche Rom bringen konnten...

Sonntag, 27. November 2011

Von Psalmen, Antiphonen und dem Alleluia

Gerüstbau für die Krippe auf dem Petersplatz

Der November...

Eigentlich immer ein eher unspektakulärer Monat!
So auch bei mir, wobei unspektakulär da eher bedeutet, dass ich (endlich) mehr oder weniger im Alltag hier angekommen bin und so nicht viel Berichtens-, oder besser Postenswertes geschehen ist.
Natürlich gibt es auch ein Leben außerhalb des Alltags: Organisierte Treffen mit den Deutschsprachigen, wie eine sehr ausführliche Führung durch den Petersdom, und immer wieder kleine Treffen, sowohl mit Leuten aus Sant'Anselmo, als auch von außerhalb.
Da wir auch immer noch wunderbares Wetter und tagsüber teilweise noch Temperaturen von knapp 20° haben, kann man seine Zeit auch noch problemlos in der Stadt verbringen!
Trotz allem war dieser Monat insbesondere vom Alltag hier im Haus, mit seinen verschiedenen Aufgaben, geprägt.

Um jetzt auch mal auf den Titel einzugehen:
Diesen Post widme ich der Musik! Genauer gesagt dem Gregorianischen Choral.
Wie in Klöstern üblich bestimmt eben diese Musik die Liturgie, sowohl die Stundengebete, als auch die Messen.

Seit Beginn des akademischen Jahres bietet der Haupt-Kantor, als Zuständiger für die Schola, eine Einführung in eben diesen Choral an. Dazu treffen sich die Interessierten samstags für eine Stunde um Schritt für Schritt die Schreibweise und die verschiedenen Modi kennen- und verwenden zu lernen.
Auch ich habe jetzt schon einige Male - wenn ich Zeit hatte - an diesen Treffen teilgenommen.

Wie sich herausstellte, war das gar nicht mal so unpassend:
Der für die italienische Kapelle zuständige Pater (die Morgenliturgie ist in drei Sprachkapellen unterteilt: Italienisch, Latein und Englisch) kam vor knapp zwei Wochen zu mir und fragte mich, ob ich nicht in den Morgenmessen den Dienst als "Salmista" übernehmen könnte.
Zuerst hatte ich keine genaue Vorstellung davon, was ich darunter verstehen sollte, sondern wusste nur, dass es einer der verschiedenen Dienste ist, die jeweils wöchentlich wechselnd von den Hausbewohnern übernommen werden.
Da ich aber hier immer gerne Neues ausprobiere, habe ich gesagt, dass ich es - nach einer Einführung - ja mal versuchen könnte.

Als ich bemerkte, dass ich schon für die folgende Woche zu diesem Dienst eingeteilt war, habe ich erst überlegt, mir vielleicht doch einen Ersatz zu suchen, habe dann aber die Herausforderung auf mich genommen.
So habe ich eine Woche lang in der Frühmesse, die mit der Laudes um 6.20 Uhr morgens beginnt, sowohl einen Psalm (zu dem ich mir "einfach" eine Melodie aussuchen sollte!!!) und das Alleluia gesungen!
Wie man sieht erlebe ich immer wieder Neues, auch Herausforderndes!

Im Moment lebe ich ein wenig auf die rasch näherrückenden Weihnachtsferien hin, die ich in Bonn verbringen werde!
Heute morgen habe ich an der deutschen Adventsmesse in Santa Maria dell'Anima teilgenommen.
Mit der Vesper gestern Abend hat ja auch offiziell der Advent begonnen.

Somit wünsche ich Ihnen und euch allen eine schöne und gesegnete Adventszeit, ob in Deutschland, hier in Italien oder wo auch immer in der Welt!!!